Björn Friedrich
“Kampfkunst ist mehr als nur Sport, oder Selbstverteidigung, es kann ein Werkzeug sein, das die eigene Lebensqualität enorm verbessert und einem immer wieder neue positive Erfahrungen beschert. “
Das sagt Björn Friedrich, Brazilian Jiu Jitsu Lehrer und Gründer von Fighter-Fitness, einer funktionellen und ganzheitlichen Körperkunst.
Björn kam als Kind das erste Mal mit Kampfkunst in Kontakt und begann mit dem Judotraining, später kam er zum traditionellen
Karate und als Teenager begann er sich für die verschieden Wing Chun Stile und das Jeet Kune Do zu interessieren.
Als er Anfang der neunziger Jahre ein Video der Gracies, bzw. ihrer Kämpfe sah, war er von dieser neuen Methode begeistert.
“Ich wusste sofort das ist es was ich lernen will, es war so als hätte ich das gefunden, was ich schon lange gesucht hatte”
sagt Björn und dieser Moment war der Anfang seiner neuen Leidenschaft, dem BJJ Training.
Seit dieser Zeit verlor er immer mehr das Interesse an den Kampfkünsten die er bis dahin ausgeübt hatte und trainierte irgendwann zu 100% Grappling. “Ich hatte keinen Lehrer um BJJ zu lernen und wir brachten uns alles selber bei, aus Respekt dem BJJ gegenüber habe ich das was ich damals gemacht habe nie BJJ, sondern einfach nur Grappling genannt” erklärt Björn und fügt hinzu: ”Obwohl wir nicht gerade ideale Bedingungen hatten, war es eine schöne Zeit. Wir waren eine kleine Clique, die besessen vom Training war. Wir hatten zwar keinen Lehrer und trainierten in einem 15qm großen “Trainingsraum” aber das hat uns allen nichts ausgemacht, uns war nur wichtig das wir überhaupt trainieren konnten. Leider sind nicht mehr alle Leute von damals heute noch aktiv.”
Ende der neunziger Jahre lernte Björn, Richard Braga, einen Brasilianer und Schwarzgurt im BJJ kennen, sie befreundeten sich und wurden Trainingspartner und so hatte Björn erstmals die Möglichkeit BJJ zu trainieren.
Anlässlich eines Seminars mit Royce Gracie, einige Jahre später, bekam Björn seinen Blaugurt im BJJ verliehen. Obwohl Royce das Idol seiner Teenagerzeit war, sieht Björn diese Begegnung heute eher kritisch. “Es war eine gute Erfahrung mit Royce zu trainieren und die Anerkennung als Blaugurt zu bekommen, aber ich habe einfach festgestellt das ich nicht sein Schüler und er nicht mein Lehrer werden kann.” kommentiert Björn sein Zusammentreffen mit der Kampfkunstlegende.
“Wenn der Schüler bereit ist, erscheint der Lehrer” treffender kann man wohl die erste Begegnung
zwischen Björn und seinem heutigen Lehrer Roy Harris nicht beschreiben. Auf der Suche nach einem guten BJJ Lehrer kam Björn auf Roys Website und lud ihn nach Deutschland ein. Obwohl er viel von Roy gelesen hatte, wusste er nicht wirklich etwas über den Mann aus San Diego, aber das erste Training der Beiden änderte alles. “Zu der Zeit als Roy kam, dachte ich, ich weiss alles über BJJ, ich war ziemlich frustriert, weil ich keine Perspektive mehr sah. Nicht das ich dachte ich sei der beste, aber ich konnte ja wirklich gute Leute beobachten und auch mit Ihnen trainieren und mein Eindruck war, die sind so gut weil sie es länger machen und sehr gute Trainingspartner haben, keiner konnte mir den Weg aufzeigen und mir erklären was man tun muss um sich zu verbessern. Als ich das erste Mal mit Roy trainierte wurde mir das alles sofort klar, ich wusste Roy ist der Lehrer den ich schon lange gesucht hatte.”
Heute hat sich eine Freundschaft zwischen den Beiden entwickelt und Roy besucht regelmäßig Björns Schule um Ihn und seine Schüler im BJJ zu unterrichten. 2004 prüfte er Björn zum Lilagurt und 2005 wurden erstmals auch einige von Björns Schülern zum Blaugurt getestet.
Obwohl sich Björn nicht primär als Wettkämpfer sieht, waren und sind seine Schüler und er auf Turnieren bislang sehr erfolgreich gewesen. Christian Wontka wurde 2002 offener Europameister im Submission Wrestling, Björn konnte sich 2003 den Titel sichern und Franco DeLeonardis wurde 2004 und 2005 Champion. Darüber hinaus holten seine Schüler unzählige erste, zweite und dritte Plätze auf den verschiedensten Turnieren und Anfang 2006 konnte sich Björn nach fast dreijähriger Wettkampfpause den 1. Platz in seiner Klasse beim “Submissao” in Karlsruhe erkämpfen.
Neben all seinen Aktivitäten im BJJ hat Björn noch eine weitere Leidenschaft, Fighter-Fitness, eine Körperkunst, die funktionelle Kraft und Fitness steigert und zu einem großen Teil auf sogenannten Bodyweight Exercises, also Übungen die das eigene Körpergewicht als Wiederstand benutzen, basiert.
Björn beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit den unterschiedlichsten Trainingsmethoden und entwickelte aus diesen Erfahrungen heraus das Fighter-Fitness System.
“Obwohl ich das Anfangs überhaupt nicht geplant hatte, wurde Fighter-Fitness ein großer Erfolg” sagt Björn und in der Tat wurde Fighter-Fitness in den letzten zwei Jahren ein Riesenerfolg.
Nachdem 2004 die erste Fighter-Fitness CD-ROM erschien, wurde das deutsche “Mens Health” Magazin auf Björn
aufmerksam und so erschien im November 2004 ein großer Artikel, der Fighter-Fitness schlagartig populär
gemacht hat. Im Februar 2006 erscheint die erste Fighter-Fitness DVD, einen Trailer dazu gibt es
unter: www.Fighter-Fitness.com/video/trailer.wmf
Björn unterrichtet BJJ und Fighter-Fitness in der Fighter-Fitness Academy in Obertshausen. Weitere Informationen zu Björn
Friedrich, Brazilian Jiu Jitsu und Fighter-Fitness,
findet man unter www.Fighter-Fitness.com. Das dazugehörige Fighter-Fitness Forum
www.FighterFitnessForum.com
ist eines der größten kostenlosen Informationsquellen zum Thema funktionellen Kraft- und Fitnesstraining.
Björns neuste Website ist sein Blog:
http://brazilianjiujitsu.blog.de
indem er seine persönlichen Erfahrungen mit dem BJJ beschreibt.
Hier einige Bilder-Galerien von Björn Friedrich
Zum öffnen klickt die Bilder!

(click the pics to visit the galerie!)
Und hier noch DIE GESCHICHTE DES GRAPPLING'S von Björn Friedrich
Grappling ist die vielleicht älteste Kampfkunst der Welt. Seine über 3000 Jahre alten Wurzeln, liegen im alten Ägypten und der griechischen Antike. Dort war es unter dem Namen Pankration bekannt und sogar eine olympische Disziplin.
Auch bei den Gladiatorenkämpfen der Römer wurde das Grappling eingesetzt. Allerdings wurden die ehemals waffenlosen Kämpfe durch scharfkantige Lederhandschuhe und andere zusätzliche Waffen immer brutaler und verloren ihre ursprüngliche Bedeutung. Mit dem Untergang des römischen Reichs, gerieten auch die Grappling Stile in Vergessenheit. Zwar verbreiteten sie sich auf fast allen Erdteilen, wurden aber nur als eine Art Geheimsystem von wenigen Meistern gelehrt. Heute findet man in fast allen Kampfkünsten Fragmente des Grappling, allerdings gibt es nur einige wenige echte Grappling Systeme, die diese Kunst in ihrer Gesamheit lehren.
Die “Wiedergeburt" des Grappling begann vor ca. 70-80 Jahren in Brasilien. Aufgrund der sozialen Verhältnisse, waren Zweikämpfe dort an der Tagesordnung. In dieser Umgebung entwickelte sich das Grappling weiter und wurde vor etwa 10 Jahren in den USA populär. Seitdem gehört es dort, aber auch in Japan und natürlich in Brasilien zu den den Kampfkünsten mit dem stärksten Mitgliederzuwachs.
Hier in Europa gehört es allerdings noch immer nicht zu den “Mainstream” Kampfkünsten und ist eher noch eine Art Geheimtip.
Die Effektivität des Grappling liegt darin, dass es den Anwender auf den totalen Kampf, d.h. den Zweikampf ohne Regeln, Zeitbegrenzungen oder Gewichtsklassen vorbereitet. Neben Tritt und Schlagtechniken, wird beim Grappling besonders viel Wert auf den Clinch, bzw. Bodenkampf gelegt.
Die meisten wirklichen Kämpfe enden nämlich genau in diesen zwei Distanzen. Während man z.B. beim Boxen den Kampf meist sofort unterbricht, wenn sich beide Kämpfer im Clinch befinden und klammern, geht der Kampf beim Grappling weiter. Ein Grappling Anwender hat nämlich nicht unbedingt das Ziel den Angreifer K.O. zu schlagen. Es geht ihm eher darum, ihn mit einer Hebel oder Würgetechnik zur Aufgabe zu zwingen, bzw. ihn kampfunschädlich zu machen. Grappling ist also eine “sanfte”Kampfkunst, die im Ernstfall jedoch eine zerstörerische Wirkung hat.
|