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Felix zum Thema Pancrase
Judo
Darüber brauche ich nicht viel zu sagen, es gibt Tausende von Seiten im Netz, die darüber ausgezeichnet informieren.
Ich hatte mich damals für Judo entschieden, weil es sehr schwer möglich ist, damit anzugreifen - es ist in meinen
Augen der einzige wirkliche Selbstverteidigungs-Kampfsport. Das Wort bedeutet "der sanfte Weg" und tatsächlich
kommt man im Judo am weitesten, benutzt man nur die kinetische Energie der gegnerischen Angriffs.
Meine "Spezialität" hierbei ist das Randori, der Bodenkampf; ich gehe so weit, dass ich mich werfen/fallen lasse
(und damit den Gegner Punkte sammeln lasse), um in den Bodenkampf zu kommen.
Seit vier Jahren habe ich iki-kyu, den Braungurt, und auch keine Ambitionen, gürtel-technisch weiter zu kommen;
einerseits finde ich solche Symbole nicht wichtig, andererseits konzentriere ich mich mehr und mehr auf das
Pancrase.
Pancrase / Schweiz
Pancrase ist keine offizielle Sportart und darf in manchen Ländern gar nicht öffentlich veranstaltet werden.
Es ist nicht illegal, aber halt noch nicht anerkannt. Somit ist es für Außenstehende schwer, Veranstaltungen zu finden
oder einen Zugang zu dieser Sportart zu bekommen.
Die meisten Pancraten sind am Rande von Turnieren ihrer eigentlichen Kampfsportart zum Pancrase gekommen.
Eine Möglichkeit ist, nach Sambo (Sombo) zu schauen, diese "Sportart" ist anerkannt und kommt dem Pancrase
schon recht nahe. Eine Weitere ist, auf offiziellen Turnieren, z.b. Judo- oder andere Fighter anzusprechen und zu
fragen. Ich werde mich bemühen, den Leuten, die ernstlich Interesse zeigen, Infos zukommen zu lassen.
Seine Wurzeln hat Pancrase im altgriechischen Pankration, dem "Allkampf" - dabei kämpften die Athleten der
klassischen Olympiade ohne Altersklassen, Gewichtsgruppen und vor allem Regeln gegeneinander und hielten das
für eine extrem männliche Angelegenheit, da es dem Krieger-Bild sehr nahe kam.
Die Bedingungen heute in Kurzform:
Keine Einteilung in Klassen und Gruppen;
keine feste Kampf-Zeit;
kein Dress-Code, nur Schuhe sind verboten;
Regeln:
Gesicht und Lenden sind tabu;
gegnerische Aufgabe muss sofort beachtet werden;
ein Kampf endet durch Aufgabe oder Kampfunfähigkeit;
zuschauende Fighter fungieren im Extremfall als Kampfrichter, ansonsten keine äußeren Eingriffe wie
stellvertretende Aufgabe durch Trainer o.ä. .
Neben den Turnieren gibt es Herausforderungen, die dann meist privat stattfinden; immer aber mit mindestens
einem Zeugen/Zuschauer.
Zugelassen werden nur "echte Fighter". Das bedeutet mehrjährige Erfahrung und möglichst noch Aktivität in
mindestens einer Kampfsportart, sowie den Eindruck, dass der Kämpfer auch geistig/mental dadurch entwickelt
wurde - keine Schläger!
Die Fights finden meist in Sporthosen oder Trainingshosen statt (Oberbekleidung ist eher unüblich - ein Shirt
bedeutet für z.B. den Judoka eine echte Technik-Hilfe), gekämpft wird auf Matten oder bevorzugt in Ringen bzw.
auf Holzboden. Pancrase ist leicht zu veranstalten - ich habe schon in Aerobic-Räumen, Turnhallen und Boxringen,
auf Sandflächen und Kellerböden gekämpft.
Der jüngste mir bekannte Pancrat ist 15 (Lutz aus Österreich, furchtbar stark und schnell, Judo und Chinese
Wrestling), der älteste 32 (Jan-Eric aus Mannheim, klein und tödlich, Kickboxen und Savate). Ich weiß von keinem
einzigen Fall, in dem jemand ernstlich verletzt worden wäre.
Pancrase in der Schweiz, hat einen erheblichen privaten Anteil, ich habe weit mehr private Fights als "offizielle"
Wettkämpfe und Turniere. Diese dienen als Standort-Bestimmung, Training und vor allem als Konkurrenz-Kampf
und Kennenlernen des Gegners - und sind meist härter als die offiziellen Geschichten.
Für mich ist Pancrase die optimale und ultimative Sportart - ja, ich sehe es als Sportart. Krass und hart, aber doch
ein Sport. Der Reiz besteht für mich einerseits in der Herausforderung, die eigenen Grenzen zu überwinden, und zum
anderen im "Überleben"...
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